Artikel-Schlagworte: „Bloomberg“

Neue Ressource für Politikbeobachter

Montag, 11. Oktober 2010

Bloomberg startet in den USA einen neuen Dienst, der eine Vielzahl von Informationen über die Regierungspolitik in Washington zusammenträgt und aufbereitet. Damit ist „Bloomberg Government“ für Medien interessant, vor allem aber für Unternehmen und deren Lobbyisten. Der neue Dienst, von der Agentur „BGOV“ genannt, soll 5.700 Dollar pro Jahr und Nutzer kosten.

“Bloomberg Government ist ein News-Aggregator, eine Datenbank für Regierungsaufträge, ein Verzeichnis von Kongressmitarbeitern congressional staff und eine Quelle für Politikanalyse, und das alles auf einer Website“, schreibt Jeremy W. Peters in der New York Times. Bloomberg selbst beschreibt das Online-Tool als Werkzeug für professionelle Nutzer, die wirtschaftliche Auswirkungen der Regierungs- und Verwaltungstätigkeit verstehen wollen.

Bloomberg Government © Bloomberg

Dabei bietet BGOV nicht nur Terminkalender und Nachrichten-überblicke, wie dies auch deutsche Agenturdienste tun, sondern direkten Zugang zu Quellen und Ansprechpartnern in der Politik. So sind detaillierte Informationen über sämtliche Mitglieder des US-Kongresses abrufbar, einschließlich der Kontaktdaten ihrer Mitarbeiterstäbe bis hin zu ihren wichtigsten Unterstützern. Auch lässt sich mit BGOV recherchieren, an welche Unternehmen öffentliche Aufträge vergeben wurden und welche politischen Kandidaturen diese Unternehmen mit Spenden unterstützt haben. Die Daten werden ständig überprüft und aktualisiert. Bloomberg deckt nach eigenen Angaben Schlüsselindustrien wie Gesundheit, Energieversorgung, Verteidigung, Infrastruktur, Finanzwirtschaft, Technologie und Telekommunikation mit seiner Berichterstattung ab und informiert permanent über die Gesetzgebung in diesen Bereichen.

So viele Informationen zu beschaffen und zu pflegen, ist sehr aufwändig. Für BGOV sollen daher 100 neue Mitarbeiter am Standort Washington eingestellt werden, zitiert das Donald W. Reynolds National Center for Business Journalism eine Sprecherin der Agentur. Gesucht werden Journalisten und Ökonomen, die „daran interessiert sind, Pionierarbeit in einer anderen Form von Journalismus zu leisten, die Reporting mit gründlicher Analyse von Daten und Politik verbindet.“ Bloomberg verspricht sich von seinem neuen Dienst, unabhängiger vom schnellebigen Geschäft der Wirtschafts- und Finanznachrichten zu werden. Denn auch wenn es an den Finanzmärkten bergab geht, bleibt das Interesse der Lobbyisten an der Regierungspolitik hoch – und damit auch ihre Zahlungsbereitschaft für nützliche Informationen.

Quellen:
Website von Bloomberg über BGOV
Bericht der New York Times über BGOV
Bericht des Reynolds Center for Business Journalism über BGOV